Bühnengespräch mit den Darstellern und dem Regisseur von "Zickzackkind"


Es dauert lange bis der Applaus abebbt und Florian sich endlich den Schauspielern und dem Regisseur von „Zickzackkind“ zuwenden kann, um sie ein klein wenig vor dem gesamten Publikum zu interviewen.

Der Starschauspielerin Isabella Rossellini - die übrigens auch die Ehre hatte, die Berlinale in der Sektion Generation Kplus zu eröffnen - gilt die erste Frage. Sie habe den Film heute zum ersten Mal auf so einer großen Leinwand gesehen, erzählt sie, und das sei natürlich ein toller Moment. Zuvor habe sie ihn in voller Länge nur auf ihrem kleinen Bildschirm zuhause angeschaut, aber eigentlich sei Zickzackkind ein Film, den man unbedingt auf der großen Leinwand sehen solle.

Florian ist so gefesselt von ihren Worten, dass er anfangs ganz vergisst das Englische ins Deutsche zu übersetzen. Nachdem er dies schnell nachholt, stellt er nun dem jungen Hauptdarsteller Thomas Simon die Frage, was denn die aufregendste Szene für ihn war. „Die spannendste Szene war die auf dem Dach“, berichtet der Junge, „aber natürlich war sie nicht gefährlich.“

Burghart Klaussner, ebenfalls ein berühmter Schauspieler, spricht schon von der Rolle seines Lebens und Jessica Zeylmaker, deren Charakter im Film ziemlich viel singt, enthüllt, dass sie eigentlich Angst davor hat.

Der Regisseur Vincent Bal berichtet unter Gelächter des Publikums, wie er dazu kam das Buch „Zickzackkind“ zu verfilmen. Er habe es im Flugzeug auf dem Weg zu einem Filmfestival gelesen und er sei von der Stimmung, den Charakteren, den Schauplätzen und generell der Handlung begeistert gewesen. Gerade hatte er die Stelle mit dem Schokoladentopf gelesen und musste so sehr lachen, dass ihm die Tränen kamen, als im selben Augenblick eine Stewardess vorbeikam und ihn gefragt hatte, ob er noch irgendwas trinken wolle. Er hatte nur lachend abwinken können und gemeint, dass es ihm gut ginge und er nichts brauche.
Nun, da das Thema schon einmal angeschnitten ist, will Florian noch mehr über den Schokoladentopf wissen. Wir erfahren, dass der große Topf wirklich voll von echter Schokolade gewesen war, was natürlich sehr viel gekostet hatte: 10.000€! Die Schokolade hatten sie danach wieder zurück zum Hersteller geschickt und was dort dann mit der vielen Schokolade geschehen war, wissen sie bis heute nicht.

Mit diesen Worten erklärt Florian das Gespräch für beendet und die Zuschauer tröpfeln nun langsam aus dem Saal. Einige singen leise „Whatever Lola wants...“ vor sich hin oder unterhalten sich laut lachend über die lustigsten Stellen vom Film.

Während wir unten auf den nächsten Film warten, laufen wir zufälligerweise dem jungen Hauptdarsteller Thomas Simon über den Weg. Spontan entschließen wir uns, ihm noch ein paar Fragen zu stellen. Man merkt dem inzwischen 15-jährigen Jungen an, dass das sein erster Film ist, da er noch etwas unbeholfen wirkt und manchmal nicht ganz weiß, was er antworten soll und –wahrscheinlich typisch für einen Jungen seines Alters – er nicht gerade dazu neigt, lange und ausführliche Antworten zu geben, sondern es meistens bei ein, zwei Worten belässt.
Als der Film gedreht wurde, war er gerademal 13 gewesen, erzählt er. Die Dreharbeiten hatten ihm sehr viel Spaß gemacht und er würde gerne noch einen Film drehen. Es hatte kein Casting gegeben, berichtet er, allerdings scheint er uns auch nicht mitteilen zu wollen, wie er denn dann ausgewählt worden ist. Er ist zum ersten Mal in Berlin und kann leider nur zwei Tage bleiben. Bisher hat er leider noch nicht viel von der Stadt gesehen, aber er hofft, dass sich das in den nächsten zwei Tagen noch ändert. Wir wünschen ihm noch viel Spaß in Berlin und machen uns dann auf zum nächsten Film.
Sarah Gosten

Let the Generation begin!

Eigentlich beginnt es ja schon Wochen vorher, dieses Gefühl der Aufregung im Bauch. Und zwar, wenn man das erste Berlinale-Plakat entdeckt. Mit jedem Tag rückt man der Berlinale näher und damit steigert sich auch dieses Gefühl gespannter, freudiger Erwartung. Es wird zu einem Kribbeln, einem Gemisch aus dem Kribbeln, wenn man vor einer wichtigen Prüfung aufgeregt und nervös ist, und dem, wenn man sich verliebt hat und diese Person wiedersieht. Echte Berlinalefans wissen wahrscheinlich, wovon ich rede, auch wenn es wirklich unheimlich schwierig ist, dieses Gefühl zu beschreiben.
Ich zu meinem Teil werde immer merkwürdig flatterhaft, wenn ich in dieser lange Schlange im HKW stehe, mit dem Wissen, dass in wenigen Minuten das beginnen wird, worauf man irgendwie ein ganzes Jahr gewartet hat. Ein kleiner Adrenalinschub, wenn dann die Treppe zum Stürmen freigegeben wird. Dann der Drang, möglichst gute Plätze zu bekommen. Das alles geschieht in einer merkwürdigen Mischung aus Zeitlupe und Zeitraffer. Wie gesagt, ich denke, um das zu verstehen, muss man es einmal erlebt haben.
Jedes Jahr wechsele ich einen freudig-aufgeregten-wissenden-amüsierten Blick, wenn Maryanne mit ihrer süßen Art, die "Berlinali" auszusprechen, und Florian in Anzug und mit diesen gleißend weißen Turnschuhen die Bühne betreten und sich mindestens genauso über den Beginn der Berlinale freuen wie wir.
Und wenn sich dann nach einigen Momenten voller Spannung und ein paar Reden der Vorhang für den ersten Film öffnet, dann löst sich irgendetwas in mir. Während ich den Vorspann sehe, der mir mittlerweile schon so vertraut ist, dann löst sich dieses Kribbeln im Bauch bis auf einen winzigen Teil und ich genieße den Film und die gesamte Atmosphäre der Berlinale, lasse sie auf mich wirken und freue mich wie ein goldbeladenes Honigkuchenpferd über die Berlinale und auf die kommenden Tage. Und genauso ist es auch heute.

Johanna Gosten

Die rückwertige Entwicklung der Berlinale-Taschen

Pünktlich zum Beginn des Festivals gibt es nun natürlich auch wieder die aktuelle Berlinale-Tasche im Handel zu erwerben. Da das Aussehen der Berlinale-Taschen in jedem Jahr eifrig umstritten ist, möchte nun auch ich näher auf die Entwicklung dieser ominösen Taschen eingehen.

Beginnen wir also vor 4 Jahren.

Die Tasche der 59. Berlinale entsprach vom Motiv her dem Plakat dieser Berlinale, also der weißen Aufschrift „Berliiiiiiiiiiiiiiiiinale“ auf rotem Grund, wobei die vielen „i“s vermutlich die Zuschauer darstellen sollen. Die Umhängetasche bestand aus einem angenehmen Stoff, sie war leicht und es passte einiges rein. Bei den Zuschauern schien sie auf positive Resonanz gestoßen zu sein. Ich selbst fand die Tasche in diesem Jahr schön, daher kaufte ich sie mir. Sie ist bis jetzt noch ganz und wird auch immer wieder mit Freude von mir verwendet.


Im folgenden Jahr entsprach das Motiv der Tasche wieder dem Plakat der Berlinale dieses Jahres. Ich fand die Idee dieses Plakats gut. Es war eine Jubiläumsberlinale (die 60. Berlinale), daher wurde ein Plakate entworfen, auf denen die Namen aller Filme, die jemals auf der Berlinale liefen, standen. Gehalten war das Ganze in den Farben Grün und Lila. Das Motiv fand ich sehr schön. Leider bestand die Berlinale-Tasche selber aber aus einem plastikartigen Stoff, den ich nicht so sehr mochte. Trotzdem muss ich zugeben, dass dieser Stoff die Tasche sehr robust macht, wodurch sie wahrscheinlich einiges aushält.

Im Jahr 2011 zur 61. Berlinale gab es ein sehr buntes Plakat, wodurch ich sehr gespannt war, wie die Berlinale-Tasche dazu wohl aussehen würde. Leider übernahmen sie in diesem Jahr nicht das Motiv des Plakats. Im Gegensatz dazu war die Tasche eher ziemlich schlicht gehalten: dunkelblau mit dem Berlinalebären vorne drauf, in roter Schrift der Slogan der 61. Berlinale daneben. Ich bekam sie kostenlos, da ich am Projekt der „Jungen Journalisten“ teilgenommen hatte. Obwohl ich am Anfang etwas enttäuscht war – ich hatte sie mir viel bunter vorgestellt - habe ich sie dennoch zu schätzen gelernt. Der Stoff ist derselbe wie der der 59. Berlinale. Alles in allem also eine praktische Umhängetasche. Leider musste ich feststellen, dass die Qualität dieses Stoffes nicht sonderlich hoch gewesen sein kann, da er nach einiger Zeit schon innen aufgerissen ist.

Im letzten Jahr erreichte das Motiv der Berlinale-Taschen meiner Meinung nach den Tiefpunkt. Das war keine Tasche! Vielmehr war es ein roter Beutel, der vorne aufgenäht das Logo der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin hatte. Noch dazu waren die Trageriemen so lang, dass der Beutel einem in die Kniekehlen schlug, was äußerst unbequem war.

Der Beutel der diesjährigen Berlinale ist schwarz mit dem weißen Berlinalebären vorne drauf. Sozusagen eine etwas verbesserte Variante zum Vorjahr. Doch wie Petra Gute vom RBB gestern ganz richtig feststellte: Da ist durchaus noch Luft nach oben!

Sarah Gosten

Jin

Titel: Jin
Regie: Reha Erdem
Türkei 2012 ○ 122 Min.
Türkisch/Kurdisch ○ englische Untertitel

Eröffnungsfilm

Kamera: Florent Herry
Schnitt: Reha Erdem
Musik: Hildur Gudnadottir
Produzent: Ömer Atay
mit: Deniz Hasgüler, Onur Ünsal

Fr. 08.02. 19:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Sa. 09.02. 16:30 Uhr
CinemaxX 3
Sa. 10.02. 15:30 Uhr
Cubix 8
Do. 14.02. 14:00 Uhr
CinemaxX 3

Inhalt
Sie haben meinen Vater abgeholt, als ich gerade zwei war. Er hatte nicht mal eine Waffe. Er kam nie zurück.
Sie nennt sich Leyla. Eigentlich ist ihr Name Jîn, doch den verrät sie nur wenigen. Immer ist sie auf der Flucht. Von den kurdischen Rebellen in den Bergen hat sie sich abgesetzt. Jetzt zieht sie allein durch die überwältigenden Berglandschaften, auf dem Weg zu einer fernen Großmutter, wo sie sicher sein könnte. Überall lauern Soldaten, drohen Gewehrfeuer und Explosionen. Und Männer, gegen die sie als junge Frau ohne Familie fast schutzlos ist. Doch ihr Mut ist ungebrochen und die Natur ihr größter Beschützer.

Content
They took my father away when I was just two. He didn‘t even have a gun. He never returned.
She calls herself Leyla. Her real name is actually Jîn, but she only reveals that to a few people. She‘s on the run now she‘s broken away from the other Kurdish rebels in the mountains. Now Jîn wanders alone across the breathtaking mountain landscape, heading for a distant grandmother who might be able to off er her a safe refuge. Soldiers are lurking at every turn, and the sound of gunfi re and explosions fi lls the air – and men too, against whom she is practically defenceless as a young woman without a family. But her courage is undaunted, and nature is her greatest protector.


08.02.2013, Johanna Gosten
Auch wenn ich mir noch immer nicht sicher bin, was ich von diesem Film halten soll, denke ich doch, dass Jin der perfekte Auftakt zur diesjährigen Berlinale war. Die Mischung aus ruhiger Nachdenklichkeit, erschreckenden und schockierenden Szenen und ergreifenden Momenten - kurz gesagt alles, was ein typischer Berlinalefilm braucht.

Über ein ganzes Jahr lang kann man schon mal vergessen, wie furchtbar und realitätsnah einige der Filme dort sind, selbst solche aus der Sektion Generation. Jin hat mir jedoch mit gnadenloser Wucht gezeigt, worum es bei der Berlinale eigentlich geht - einen Einblick in das Leben anderer Kinder oder Jugendliche zu bekommen. In den ersten Minuten dachte ich, es könnte ein sehr langatmiger Film werden, aber schnell wurde ich vom Gegenteil überzeugt, nämlich bei der ersten Schießerei. Ich bin regelrecht zusammengezuckt. Trotzdem muss ich sagen, dass der Film so einige Längen hatte, vor allem auch da sich der Ablauf teilweise wiederholte. Sie lief durch die Natur, es passierte etwas Schreckliches, eine Schießerei, dann wieder Natur...

Ich bin aber der Meinung, dass die Filmemacher diesen kleinen Makel sehr gut überdecken konnten. Die leichte Langeweile, die entstehen könnte, wird durch passende Musik und eine wirklich außergewöhnliche Schauspielerin in eine nahezu elektrisierende Spannung umgewandelt. Es gibt zwar einen gewissen Kreislauf, aber dennoch weiß man nie genau, in welcher Abfolge die drei eben genannten Dinge eintreten. Zwischendurch habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mit Jin mitfieberte und sie auch vielfach bewunderte, für ihren Mut und ihre unerschöpfliche Großherzigkeit. Es hat mich doch teilweise überrascht, wie oft sie anderen Lebewesen und auch Menschen half, auch wenn sie selbst überhaupt keine Hilfe erhielt.

Jin wird mir sehr wahrscheinlich noch eine Zeit lang schwer und auch quer im Magen liegen, denn es geschieht eigentlich automatisch, dass man über das Thema nachdenkt, bemerkt, wie gut man selbst es eigentlich hat, und den Drang verspürt, diesen Menschen zu helfen, aber man weiß auch, dass das praktisch nicht möglich ist. Ich finde es ziemlich mutig von den Filmemachern, einen solchen Film zu drehen, denn es besteht ja auch immer die Gefahr, dass das Thema falsch aufgegriffen wird, bzw. die Botschaft missverstanden wird.

Sarah Gosten
Wow. Das muss man erstmal sacken lassen. Getäuscht von den vielen idyllischen und ruhigen Landschaftsaufnahmen zu Beginn des Films, in denen ich mir schon gut vorstellen kann, dass er eventuell etwas langweilig werden könnte, werde ich schon bald eines besseren belehrt, als plötzlich Schusswaffen und Bomben ertönen. Neben mir spüre ich auch die anderen Kinobesucher im Saal zusammenzucken.

Nach dieser Schrecksekunde wendet sich der Film nun der Hauptdarstellerin zu, die wir auf ihrem Weg den ganzen Film über verfolgen. In vielen ruhigen Landschaftsszenen – immer wieder durchbrochen von den lautstarken Gewehren – werden wir mitgenommen in eine Welt, die wir uns kaum vorstellen können. Eine Welt, in der Krieg herrscht und in der Jin – ohne Pass und als alleinreisende junge Frau ohne Familie oder sonstige Angehörige - in ständiger tödlicher Gefahr lebt. Mit deprimierender Klarheit verdeutlicht der Film genau diese aussichtslose Situation und dafür werden nicht einmal viele Worte gebraucht. Alles in allem ist der Film wirklich extrem still, doch mich hat das nicht gestört. Es war irgendwie passend.

Einige meinten nachher, dass sie die vielen Landschaftsszenen als eintönig und etwas langweilig empfanden, doch ich muss sagen, dass mich das komischerweise überhaupt kein einziges Mal gestört hat. Der Film hat mich so gefesselt, dass es mir gar nicht vorkam, als ob der Film so viele Längen hätte.

Als Berlinale-Auftakt war der Film sicherlich ein Schocker, doch genau solche Filme machen die Berlinale doch aus. Und eins ist klar: Über diesen Film kann man sicherlich noch sehr lange nachdenken.


Charlotte Hochegger
"Jin" ist ein Film, der mich sehr beeindruckt hat. Noch lange nachdem er vorbei war, habe ich darüber gegrübelt. Ich weiß gar nicht über was genau, aber das Thema hat mich so beschäftigt, dass ich nicht aufhören konnte, die Bilder wieder und wieder an mir vorbeiziehen zu lassen. Der Film behandelt sein Subjekt so, dass man es nicht so leicht wieder vergisst. Ruhige Bilder einer wunderschönen Landschaft, Schrecksekunden voller Getöse, Schrecksekunden des Mitfieberns mit Jin, dann wieder Landschaft.

Von der Machart ist der Film sehr realistisch bis auf einige Ausrutscher in Form von Allegorien. Daher kann es auch durchaus ziemlich schmerzhaft sein, mitansehen zu müssen, was dort geschieht. "Jin" ruft uns ein Thema in Erinnerung, von dem wir eigentlich schon einmal etwas gehört haben, es aber wieder verdrängt haben. Der Film hat mir ziemlich gut gefallen, wobei "gut" vielleicht auch das falsche Wort ist, denn ich bin mit einem blauen Fleck in der Magengrube nachhause gegangen.

Einzig und allein das Ende hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt gezeigt werden müssen, da sowieso jeder Zuschauer wusste, wie ausweglos die Situation war und geahnt hat, was mit Jin letztendlich passieren würde. Dies trübt meinen Eindruck des Films jedoch wenig: Er ist auf jeden Fall sehenswert!

Princess Rojas

Titel: Princess Rojas
Regie: Laura Astorga Carrera
Costa Rica, Venezuela 2013 ○ 100 Min.
Spanisch ○ englische Untertitel

Drehbuch: Laura Astorga Carrera, Daniela Goggi
Kamera: Julio Constantini
Schnitt: Daniel Prync, César Custodio, Ariel Escalante, Sergio Marcano
Musik: Lester Paredes
Produzenten: Laura Astorga Carrera, Aldrina Valenzuela Rojas, Marcela Esquivel Jiménez
mit: Valeria Conejo, Aura Dinarte, Fernando Bolanos, Carol Sanabria

Mo. 11.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Di. 12.02. 17:30 Uhr
Cubix 8
Mi. 13.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3
Sa. 16.02. 16:30 Uhr
CinemaxX 3

Inhalt
Ja, meine Mutter ist weg, meine Eltern leben getrennt. – Ein anderer Mann? – Ein anderes Land.
Claudias Eltern sind politische Aktivisten. Aus Nicaragua fl ieht die Familie nach Costa Rica. Auch hier bleibt ein normales Familienleben auf der Strecke. Zum Glück halten Claudia und ihre jüngere Schwester stets zusammen, wenn die Eltern sich neue Pässe drucken, die Koffer ins Auto werfen und wieder einmal alles nicht so bleibt, wie es gerade war. Um endlich Halt unter den Füßen zu spüren, muss das Leben auf der Flucht ein Ende haben. Claudia hätte gar nichts dagegen, mal für eine Weile ganz normal zur Schule zu gehen.

Content
Yes, my mother left, my parents are separated. – Another man? – Another country
Claudia‘s parents are political activists. The family flees Nicaragua and moves to Costa Rica. But there‘s little hope of a normal family life there, either. Luckily, Claudia and her younger sister always stick together when their parents get new passports printed and toss the suitcases into the car – and once again their world gets turned upside down. They have to stop running from place to place if there is to be any hope of fi nally getting a fi rm foothold in life. Claudia certainly wouldn‘t mind just going to school for a time, like any normal child.


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Um Fim Do Mundo

Titel: Um Fim Do Mundo
Regie: Pedro Pinho
Portugal 2013 ○ 62 Min.
Portugiesisch ○ englische Untertitel

Kamera: Vasco Viana, Pedro Pinho
Schnitt: Luisa Homern
Produzenten: Filipa Reis, Leonor Noivo
mit: Eva Santos, Iara Teixeira, Indalécio Gomes, Manuel Gomes


Di. 12.02. 17:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Do. 14.02. 16:30 Uhr
CinemaxX 3
So. 17.02. 20:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Die haben eine ganze Tasche voller Klamotten geklaut. Die suchen nur nach Ärger …
Ein Tag im Leben von ein paar Jugendlichen in einem Neubauviertel irgendwo vor Lissabon.
Die Schule ist ein Witz. Arbeit gibt es sowieso nicht. Zwei Mädchen wollen sich amüsieren und ziehen mit zwei Jungs zum Strand. Die Mädchen sonnen sich, die Jungs machen Arschbomben ins Meer. Als der Rest der Gruppe dazukommt, gibt es Streit. Abends versucht man, am Türsteher vorbeizukommen oder hängt am Autoscooter ab. Ziele sind nicht so wichtig. Nur die Momente zählen, Gesten und die Spannung, wenn Blicke sich begegnen.

Content
They stole a huge bag of clothes. Just looking for trouble …
One day in the life of a couple of teenagers in the suburbs somewhere near Lisbon. School i a joke, but there are no jobs anyway. Two girls want to have some fun, so they go to the beach with a couple of boys. The girls sunbathe while the boys do dive-bombs into the water. When the rest of the group arrives, a fi ght breaks out. They spend their evenings trying to sneak past doormen or hanging out at the bumper-car stand. They‘re not much bothered about having a goal: All that counts are moments, gestures, and the electricity when their eyes meet.



13.02.2013, Sarah Gosten

Um Fim Do Mundo ist ein sehr kurzer Film – seine Laufzeit beträgt gerademal 62 Minuten(!)-, der von dem Leben der Jugendlichen in einem berühmt- berüchtigten Vorort der Stadt Lissabon handelt. An sich klingt das gar nicht mal so schlecht, doch leider hat mir die Umsetzung nicht gut gefallen.

Auch wenn der Film nur so kurz war, hat er es nicht geschafft eine Spannung aufzubauen. Mir fehlte einfach der rote Faden, ich wusste nicht, worauf das Ganze hinauslaufen sollte. Zwar wurde die Stimmung der Jugendlichen recht gut verdeutlicht, da die schauspielerische Leistung der Darsteller nicht schlecht war, doch es hat mich weder begeistert noch berührt. Tatsächlich wusste ich bis zum Schluss nicht, was der Regisseur mit diesem Film vermitteln wollte. Als er kurz darauf im Publikumsgespräch von einer Frau gefragt wurde, was denn genau die Botschaft des Films sei, wusste er selbst keine Antwort, da er offensichtlich nicht geplant hatte, eine Message rüberzubringen. Als ich das gehört habe, war ich ernsthaft etwas irritiert, denn warum dreht man einen Film, wenn man gar nichts vermitteln möchte?

13.02.2013, Johanna Gosten
Meine Begeisterung für diesen Film hält sich wirklich in Grenzen. Ich dachte nach dem Film nur "was soll ich jetzt damit?". Denn es wurde nicht wirklich eine erkennbare Botschaft übermittelt. Wenn ich das im Publikumsgespräch richtig mitbekommen habe, dann wollte der Regisseur auch einfach nur einen Film über sein Kiez und die jungen Leute dort drehen, ohne eine spezielle Handlung. Insofern hat er sein Ziel auch erreicht, denn man saß etwas über 60 Minuten im Kino und hat portugiesische Jugendliche für einen Tag begleitet, ihnen ein wenig beim Spaßhaben und Streiten zugesehen, dann fielen die Vorhänge wieder zu.
Die Sache ist nur, dass man das auch hier auf der Straße kann, oder als Jugendlicher gerade selbst erlebt. Von daher bringt es einem nicht so viel, da ja noch nicht mal eine Lösung, bzw. eine Botschaft dahintersteckt.

Für mich war es vielleicht noch ganz interessant, Jugendliche aus einem anderen Land zu beobachten, aber insgesamt war es geradezu eine Zeitverschwendung, auch wenn es sich nur um eine Stunde handelte. Wer auf der Suche nach etwas Hilfe, einem Leitfaden in der Pubertät ist, der ist hier definitiv falsch. Wer sich allerdings in einem leicht rebellischen Verhalten als Teenager bestätigt sehen möchte, der sollte ruhig mal hineinschauen.

Peter

Titel: Peter

CROSS-SECTION
Retrospektive
Originaltitel:Peter
Regie: Hermannn Kosterlitz

Ungarn, Österreich 1934 ○ 100 Min.
Deutsche Originalversion ○ mit filmpädagogischer Begleitung

Fr. 15.02. 10:30 Uhr
CinemaxX 8

Inhalt
Eva wird obdachlos, ein Dieb zwingt sie zum Kleidertausch, und über Umwege landet sie, verkleidet als Peter, bei einem Garagenbesitzer. Francisca Gaál als burschikos-verführerischer „Tomboy“ in einer der charmantesten Komödien der dreißiger Jahre.

Content
Eva can’t pay her rent and ends up homeless. A fl eeing thief forces her to switch clothes with him. Now posing as a boy named Peter she ends up with a job at a garage. Cabaret artist Francisca Gaál as a boyishyet- seductive tomboy in one the most charming fi lm comedies of the 1930s.










Liv Thastum
“Peter“ lädt ein in eine andere Zeit.Ins Jahr 1934. Dieser Film ist sehr anders als die anderen die ich gesehen habe. Die Farbe: schwarz, weiß. Die Musik: altmodisch, aber total klasse. "Der Humor: anders, aber ich konnte trotzdem viel Lachen. „Peter“ ist eine unglaublich charmante Komödie. Obwohl dieser Film so alt ist, hat er mich total begeistert. Die Schauspieler, die Kamera und die Musik waren anders als heute aber auf alle fälle total überzeugend. “Peter“ ist einer der besten Filme, die ich diese Berlinale gesehen habe.