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Peter

Titel: Peter

CROSS-SECTION
Retrospektive
Originaltitel:Peter
Regie: Hermannn Kosterlitz

Ungarn, Österreich 1934 ○ 100 Min.
Deutsche Originalversion ○ mit filmpädagogischer Begleitung

Fr. 15.02. 10:30 Uhr
CinemaxX 8

Inhalt
Eva wird obdachlos, ein Dieb zwingt sie zum Kleidertausch, und über Umwege landet sie, verkleidet als Peter, bei einem Garagenbesitzer. Francisca Gaál als burschikos-verführerischer „Tomboy“ in einer der charmantesten Komödien der dreißiger Jahre.

Content
Eva can’t pay her rent and ends up homeless. A fl eeing thief forces her to switch clothes with him. Now posing as a boy named Peter she ends up with a job at a garage. Cabaret artist Francisca Gaál as a boyishyet- seductive tomboy in one the most charming fi lm comedies of the 1930s.










Liv Thastum
“Peter“ lädt ein in eine andere Zeit.Ins Jahr 1934. Dieser Film ist sehr anders als die anderen die ich gesehen habe. Die Farbe: schwarz, weiß. Die Musik: altmodisch, aber total klasse. "Der Humor: anders, aber ich konnte trotzdem viel Lachen. „Peter“ ist eine unglaublich charmante Komödie. Obwohl dieser Film so alt ist, hat er mich total begeistert. Die Schauspieler, die Kamera und die Musik waren anders als heute aber auf alle fälle total überzeugend. “Peter“ ist einer der besten Filme, die ich diese Berlinale gesehen habe.

La Piscina

Titel: La Piscina

CROSS-SECTION
Originaltitel:The Swimming Pool
Regie: Carlos M. Quintela

Kuba, Venezuela 2012 ○ 66 Min.
Spanisch ○ engl. UT

So. 17.02. 17:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Ein Schwimmlehrer versammelt seine Schüler: die Hübsche mit nur einem Bein, den Jungen mit Down-Syndrom und den mit der Gehbehinderung. Der Vierte weigert sich zu sprechen. Im Pool schwärmen sie umeinander. Konflikte kommen an die Oberfläche.

Content
A swimming teacher gathers his students: the pretty girl with only one leg, the boy with Down-Syndrome and the otherone with a walking impairment. The fourth teenager refuses to speak. They swarm around each other in the pool. Confl icts appear on the surface.

19.02.2013, Sarah Gosten

La Piscina zeigt einen Tag im Schwimmbad mit vier auf unterschiedlichste Weise behinderten Jugendlichen, die zusammen trainieren. Obwohl man meinen könnte, dass die vier sich vielleicht gegenseitig unterstützen würden, da sie es alle auf Grund ihrer Behinderung schwerer haben, scheint es im Film so, als würden sie diese Chance nicht wahrnehmen wollen. Tatsächlich legen sie mehr Wert darauf zu streiten und sich gegenseitig zu hänseln. Vor allem das Mädchen, das nur noch ein Bein besitzt, stellt sich über die anderen und macht sie runter. Durch ihr anstrengendes Gelächter wird von Anfang an dafür gesorgt, dass man sie als Zuschauer nicht besonders gut leiden kann.

Im Film existiert praktisch keine Musik, was dafür sorgt, dass der Film generell sehr leise ist, da auch die Charaktere nicht sehr viel reden. Zwischenzeitlich meine ich leise eine Hintergrundmelodie gehört zu haben, aber das kann auch ein Klingelton von einem Handy gewesen sein.

Der Film ist nur 66 Minuten lang, aber trotzdem schleppend. Er hat einige Längen und konnte mich dadurch nicht wirklich packen. Auch habe ich wahrscheinlich die Botschaft hinter der Geschichte nicht verstanden.

Als der Vorhang fiel, hörte ich einen jungen Mann in der Reihe hinter mir sagen: „What the fuck!“, und ich kann ihn verstehen. Im Grunde war es eine Stunde verschenkter Lebenszeit.

19.02.2013, Johanna Gosten
Eine wahnsinnig anstrengende und nicht unbedingt lehrreiche Stunde verbringt man im Kino, wenn man La Piscina schaut. Ich hatte doch etwas mehr erwartet, da es sich ja um einen Cross-Section-Film handelte und es um ein so ernstes und so wenig beachtetes Thema geht - Behinderungen und wie die Menschen selbst und "gesunde" Menschen damit umgehen (sollten). La Piscina ist dafür aber ein recht schlechtes Beispiel. Anstatt in dieser kleinen Gruppe zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu schützen und zu unterstützen, gingen vor allem vom Mädchen in der Truppe, Diana, nur Beleidigungen und hämische Bemerkungen aus. Das schlimmste an ihr war aber, dass sie sich nicht einmal traute, diese selbst in den Raum zu stellen, sondern ihren Kumpel brauchte, der praktisch als ihr Lautsprecher funktionierte.

Mich hat auch immer wieder gewundert, warum der Schwimmlehrer nicht dazwischengegangen ist, als sich die vier, bzw. nur Diana und der schweigsame Junge, dessen Namen ich schon vergessen habe, immer wieder unschöne Dinge an den Kopf geworfen haben. Stattdessen saß er nur da und lauschte interessiert ihrem Wortwechsel, versuchte nicht, den Streit zu schlichten, sondern überließ sie alle sich selbst.

Durch die fehlende Musik und die vielen schweigsamen Momente hatte der Film unglaublich viele Längen, in denen ich hin und wieder und vor allem gegen Ende fast eingenickt wäre. In dem Glauben, es handele sich um einen 90-Minuten-Film konnte ich nur entgeistert aufstöhnen, als bei einem Blick auf die Uhr erst knapp eine Stunde um war. Ich denke, La Piscina hätte er ein schöner und teilweise lehrreicher Kurzfilm werden können in der Hinsicht, zu sehen, dass manche Behinderte schon so verbittert sind, dass sie nicht einmal mehr untereinander zusammenhalten wollen. Aber diese Aussage sollte man voreilig nicht treffen, da das mit Sicherheit vor allem nicht auf alle Behinderten zutrifft. In diesem Sinne also trotzdem nichts gelernt, wodurch diese Stunde eben gerade so uninteressant und unnötig wird.

Das Gewicht der Elefanten

Titel: Das Gewicht der Elefanten

CROSS-SECTION
Originaltitel:The Weight of Elephants
Regie: Daniel Joseph Borgman

Neuseeland, Dänemark 2013 ○ 87 Min.
Englisch ○ dt.UT, ohne Einsprache
empfohlen ab 12 Jahren

Drehbuch: Daniel Joseph Borgman
Kamera: Sophia Olsson
Schnitt: Molly Malene Stensgaar
Musik: Kristian Selin Eidnes Andersen
Produzentinnen: Katja Adomeit, Leanne Saunders
mit: Demos Murphy, Matthew Sunderland, Catherine Wilkin, Angelina Cottrell

So. 17.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Der zehnjährige Einzelgänger Adrian lebt in seiner ganz eigenen Traumwelt. Als zwei Mädchen in seinem Alter in die Nachbarschaft ziehen, interessiert er sich gleich für die geheimnisvolle Nicole, die genauso ein Außenseiter ist wie er selbst. Oder könnte sie etwa eines dieser entführten Kinder sein, von denen immer im Fernsehen berichtet wird?

Content
Adrian, a ten-year-old loner, lives in his very own dream world. When two girls of his age move into the neighbourhood, he immediately develops an interest in the mysterious Nicole, who is just as much an outsider as himself. Or is she maybe one of the abducted children that are always reported missing on television?

19.02.2013, Sarah Gosten

Das Gewicht der Elefanten. Ungefähr von dem Gewicht der Elefanten fühlt man sich nach dem Film erschlagen.

Es ist ein ziemlich trauriger Film, der von dem jungen Adrian handelt. Er ist ein Außenseiter und das macht ihm sehr zu schaffen. Als sich schließlich auch sein bester Freund von ihm abwendet, um zu den anderen dazuzugehören, zieht Adrian sich noch weiter in seine eigene Welt zurück.
Er lernt Nicole kennen, die ebenfalls eine Außenseiterin ist; mit ihr und ihrer Schwester versteht er sich gut. Dennoch hat er das Gefühl, dass ihn nach und nach alle verlassen.

Mit trauriger Musik ist diese deprimierende Geschichte untermalt. Man hat Mitleid mit dem armen Jungen.

Die beiden Hauptdarsteller haben gute Arbeit geleistet. Die Handlung war leicht nachzuvollziehen und ich konnte mich gut in deren Situation hineinversetzen. Zum Ende hin wurde der Film spannender, wodurch sich ein schöner Abschluss ergab.

Mir hat der Film gut gefallen. Er ist es definitiv wert gesehen zu werden, aber man sollte wirklich auf die Altersangabe achten. Jünger als 12 sollte man definitiv nicht sein, wenn man sich diesen Film anguckt.

19.02.2013, Johanna Gosten
Dieser Film ist unheimlich erdrückend und wiegt sehr schwer. Denn niemand wird gern im Stich gelassen. Und vor allem keine Kinder. Vor allem nicht, wenn sie es von den eigenen Eltern erleben müssen. Egal, ob sie einen nun verlassen oder sterben - Kinder und Eltern sollten nicht getrennt werden, denn es kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Psyche eines Jungen Menschen haben.

Und das fängt Das Gewicht der Elefanten erschreckend greifbar ein. Man kann die Einsamkeit von Adrian und Nicole gut nachvollziehen, vor allem, da Adrian im Laufe des Films auch sein neu gefangenes Kaninchen loslassen muss und seinen Onkel Rory verliert, der ihm so kurz zuvor noch versprochen hatte, immer für ihn da zu sein. Der Darsteller Demos Murphy konnte die Gefühle seines Charakters Adrian sehr treffend ausdrücken - Trauer, Verwirrung, Stolz, Freude - man konnte es ihm an den Augen ablesen. Genauso war es mit der verschlossenen Nicole. Sie war erst ein Kind, doch wirkte sie schon sehr viel erwachsener für ihr Alter als andere Mädchen. Man lebt wahrscheinlich auch ganz anders, wenn man seiner Mutter täglich beim Sterben zusehen muss.

Durch ihr wachsendes Gefühl, verlassen zu werden, bald allein zu sein, lässt es sich auch nachvollziehen, warum es ihr für einen Moment fast gleichgültig war, ob sie leben oder sterben würde. Und der Augenblick war erschreckend, denn die Gleichgültigkeit stand Angelina Cottrell ins Gesicht geschrieben.
Etwas anderes als ein offenes Ende hätte zu diesem erschreckenden und zermürbenden Film wohl nicht wirklich gepasst, da schon die ganze Zeit sehr viel mit Symbolen gearbeitet wurde und überhaupt sehr viel zur Interpretation gedacht war, wie diese Sache mit den verschwundenen Kindern.

Die wunderschöne Musik von Kristian Selin Eidnes Andersen begleitet einen durch den gesamten Film, unterstreicht die wenigen fröhlichen Momente, die tragische Botschaft, dass Kinder nicht im Stich gelassen werden sollten, die ernsten Momente, die zu dieser Botschaft hinarbeiteten. Ebenso das Spiel mit der Kamera. Mir kam es so vor, als hätte die Kamera nicht einfach nur aufgenommen, nein, sie trägt auch einige entscheidene Elemente bei. Zum Beispiel die Wellenbewegung, als sich Adrian im Boot befindet und sich beim Rudern einfach nur wegträumen möchte. Die indirekten Aufnahmen der verschwundenen Kinder am Anfang des Films. Oder die Einblendung der zerbrochenen Gläser am Baum, jedoch im Hintergrund die spielenden Kinder. Die Bilder, die der Film zeigte, waren schon kleine Symbole und Botschaften in sich. Das hat Sophia Ollsen wirklich atemberaubend gut hinbekommen.

Liv Thastum
Dieser Film geht mir, seit ich ihn gesehen habe nicht mehr aus dem Kopf. Ich glaube dieser Film ist sehr schwer zu verarbeiten. Diese schlimme Geschichte des kleinen Jungen Adrian fand ich unglaublich bedrückend. Ein harter, sehr besonderer und einfach unbeschreiblicher Film.