Posts mit dem Label kplus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kplus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Preisverleihung Kplus


Eine Auflistung aller Preise aus der Sektion Kplus.

Internationale Jury

Kurzfilm

Lobende Erwähnung: Die Igel und die Stadt von Evalds Lacis (Lettland)

Hauptpreis von 2500€: Cheong von Kim Jung-in (Korea)

Die Igel und die Stadt
Cheong
Featurefilm

Lobende Erwähnung: Satellite Boy von Catriona McKenzie (Australien)

Hauptpreis von 7500€: Mama, ich lieb dich von Janis Nords (Lettland)


Satellite Boy
Mama, ich lieb dich
Kinderjury

Kurzfilm

Lobende Erwähnung: Die Igel und die Stadt von Evalds Lacis(Lettland)

Gläserner Bär: Das Bersteinamulett von Matthew Moore (Australien)

Die Igel und die Stadt
Das Bersteinamulett

Featurefilm

Lobende Erwähnung: Satellite Boy von Catriona McKenzie (Australien)

Gläserner Bär: Die Rakete von Kim Mordaunt (Australien)

Satellite Boy
Die Rakete

16.02.2013, Sarah Gosten

Die ewige Nacht der zwölf Monde

Titel: Die ewige Nacht der zwölf Monde
Originaltitel:La Eterna Noche de las Doce Lunas
Regie: Priscila Padilla

Kolumbien 2013 ○ 87 Min.
Dokumentarfilm
Spanisch/Wayunaiky ○ dt. Einsprache, engl. UT
empfohlen ab 12 Jahren

Drehbuch, Produzentin: Priscila Padilla
Kamera: Daniela Cajias
Schnitt: Ximena Franco
Musik: Danny Rubio, Sol Okarina

Mi. 13.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Do. 14.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3
So. 17.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Während der Zeit in Klausur stärken wir Frauen Seele und Geist und lernen, widerstandsfähig zu werden.
Pili ist zwölf Jahre alt, als sie für ein Jahr in eine einsame Hütte zieht. So will es der alte Brauch ihrer Gemeinschaft der Wayuu. Ihre Großmutter glaubt, dass ein Mädchen nur so zu einer guten Frau werden kann. Doch zwölf Monde sind eine sehr lange Zeit und es ist oft einsam, so ganz ohne die Freunde aus der Schule, mit denen sie lachen konnte. Pili webt ihre bunten Tücher, während draußen vor der Lehmhütte das Dorfleben einfach weitergeht. Immer wieder gibt es Belehrungen. Will Pili ihr Leben wirklich so führen, wie die Alten es ihr vorschreiben?

Content
It´s during seclusion that we, the women strengthen our soul and spirit and learn to become tough.
When Pili reaches the age of twelve, she moves into an isolated hut for a year. This is what she‘s required to do according to the customs of her people, the Wayuu. Her grandma believes it‘s the only way a girl can develop into a good woman. But twelve cycles of the moon is a very long time, and it‘s lonely for Pili now that she can‘t even laugh with her school friends. Pili weaves her coloured cloths while village life just carries on as normal outside her mud hut. Again and again she has to listen to the advice of the elders. Does Pili really want to live her life in the way that they dictate?

17.02.2013, Sarah Gosten

Ein Jahr lang abgeschieden in einer Hütte. Ohne Erlaubnis von jemand anderem als ihrer Lehrerin besucht und gesehen zu werden. Ohne Erlaubnis zu lachen. Das ist die Seklusion. Die Zeit nach der ersten Menstruation, in der die Mädchen alleine zur Ruhe kommen sollen. Nur wenn man die Seklusion ein Jahr lang übersteht, wird man in der Gemeinschaft der Wayoo anerkannt. Nur dann hat man die Chance auf einen guten Brautpreis.

In dieser Situation befindet sich Pili, die sich dazu entschlossen hat, diesen alten Brauch fortzuführen, obwohl längst nicht mehr alle dieser Sitte folgen. Ein Jahr lang soll sie ruhig in ihrer Hütte sitzen und die alten Künste der Wayoo lernen. Vor allem das Weben ist in dieser Gemeinschaft sehr wichtig.

Doch der Film beginnt schon früher. Er zeigt die Alten der Gemeinschaft, die Pili alle mit unterschiedlichen Worten überzeugen und bestärken wollen, dass die Seklusion sehr wichtig für sie sei. Im Grunde scheint es fast so, als hätte sie keine Wahl.

Die ewige Nacht der zwölf Monde ist ein sehr informativer Film aus dem Norden Kolumbiens über die dort weitverbreitete Sitte der Seklusion. Tatsächlich wurde ich den ganzen Film über mit so vielen Informationen über diesen Brauch überschüttet, dass ich nach einer Weile nicht mehr ganz so aufnahmefähig war. Dennoch ist dieses Thema sehr interessant. Bisher hatte ich noch nie einen Film darüber gesehen oder irgendein Buch gelesen, was davon handelt, deswegen finde ich es toll, dass ich auf der Berlinale endlich die Chance dazu bekam.

Der Film hat mich ziemlich zum Nachdenken angeregt. Was würde ich in dieser Situation tun? Würde ich das überhaupt durchhalten, ein Jahr lang einsam und allein in einer Hütte zu hocken ohne meine Freunde? Wäre mir dieses Ritual überhaupt wichtig?

Es ist immer wieder spannend, Filme von anderen Teilen der Erde zu sehen und diesen fand ich sehr interessant. Sicherlich finden nicht alle dieses Thema ansprechend (vor allem wahrscheinlich Männer), aber dieser Film ist dennoch eine attraktive Gelegenheit, die Seklusion näher kennenzulernen.

19.02.2013, Johanna Gosten
Die Ewige Nacht der Zwölf Monde ist eine Art Dokumentarfilm. LANGWEILIG! Also gut, dass die Generation ihn im Programm nicht als solche ausgeschildert hat, würde ich mal sagen. Denn in dem Film wird auf eine sehr leise, berührende und interessante Weise das Leben von Pili in der Seklusion aufgenommen. Pili lebt für ein Jahr lang in einer Hütte un darf nur von Frauen besucht werden, damit der Brautpreis steigt. Sie darf nicht lachen, darf sich stundenlang nicht bewegen, wird bei Mondschein gebadet und webt, was das Zeug hält. Und das alles nur, weil ihre Großmutter es möchte.

Während die Kamera oft und lange auf Pilis Gesicht gerichtet ist, wird jede Regung eingefangen. Auch wenn sie sich sehr gut darauf versteht, ihre Gefühle zu verbergen und nicht viel zu reden, merkt man ihr an, dass sie das Ganze eigentlich nicht selbst will und sie wirkt auch etwas traurig und einsam. Ich denke, man muss sich bei diesem Film auch viel selbst dabei denken, ihren Gesichtsausdruck interpretieren und ihren Tonfall.

Ich hatte vorher noch nie davon gehört, dass Mädchen auf anderen Teilen der Erde in die Seklusion gehen sollen oder es auch wollen, weil sie es nicht anders kennengelernt haben. Daher fand ich es sehr interessant, gleich so einen informativen und nicht gerade langweiligen Film dazu zu sehen. Teilweise sind zwar einige Fragen offen geblieben, aber wie gesagt ist wohl auch viel zur Interpretation gelassen. Der Zuschauer schafft sich ein eigenes Bild über die Seklusion und kann in den stillen Momenten des Films in Ruhe darüber nachdenken.

Die Rakete

Titel: Die Rakete
Originaltitel:The Rocket
Regie: Kim Mordaunt

Australien 2013 ○ 96 Min.
Lao ○ dt. Einsprache, engl. UT
empfohlen ab 11 Jahren

Drehbuch: Kim Mordaunt
Kamera: Andrew Commis
Schnitt: Nick Meyers
Musik: Caitlin Yeo
Produzentin: Sylvia Wilczynski
mit: Sitthiphon Disamoe, Loungnam Kaosainam, Thep Phongam

So. 10.02. 10:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Mo. 11.02. 14:00 Uhr
CinemaxX 3
Fr. 15.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 2

Inhalt
Hier ist kein guter Ort, um mit einem Unglückszwilling wie mir zu leben.
Die Suche nach einem neuen Zuhause führt den zehnjährigen Ahlo und seine Familie auf eine schicksalhafte Odyssee durch das laotische Hinterland. Seine strenge, abergläubische Großmutter sagt, dass er Unheil über die Familie bringt, und bald glaubt er selbst an die zerstörerische Kraft des Fluches. Trost findet er bei seiner Freundin Kia, und zu zweit ist er als Außenseiter nicht mehr allein. Um sich endlich als Glücksbringer zu beweisen, nimmt Ahlo an einem spektakulären Wettbewerb mit selbstgebauten Raketen teil.

Content
This is not a good place to be with a bad luck twin like me.
The search for a new home leads ten-year-old Ahlo and his family on a fateful odyssey through the Laotian countryside. His strict, superstitious grandmother says that he brings the family bad luck, and soon even he himself starts to believe in the destructive power of the curse. He finds comfort in his friendship with Kia, and at her side the outsider is no longer alone. In order to finally prove that he can be the bringer of good fortune as well, Ahlo takes part in a spectacular competition for self-built rockets.


16.02.2013, Johanna Gosten
Ein würdiger Gewinner
Das dachte ich schon, während die Kinderjury ihren Text über den diesjährigen Gewinnerfilm des Gläsernen Bären vorlas. Dass von The Rocket die Rede war, erkannte man schon nach dem ersten Satz.

Der Film handelt von dem Jungen Ahlo, der ein Zwilling ist. Da sein Bruder schon im Bauch seiner Mutter gestorben ist, hält seine Großmutter ihn für den verfluchten Zwilling, der nur Unglück bringt. Und das scheint auch immer wieder der Fall zu sein. Wo auch immer Ahlo hinkommt, es passieren ihm und den Menschen, die er liebt, schrecklicher Dinge - allen voran der plötzliche und gewaltsame Tod seiner Mutter, die sich immer für ihn eingesetzt hat.

Nach dieser Stelle des Films ist es im Saal totenstill. Der Schock über das eben Gesehen sitzt tief und spätestens ab jetzt wird man von den Geschehnissen gefesselt. Man möchte wissen, ob Ahlo weiterhin so schrecklich Dinge geschehen, ob er scheinbar wirklich nur Unglück bringt oder ob er nicht wenigstens einmal beweisen kann, dass das Pech nicht seine eigene Schuld ist. Ständig auf das Schlimmste gefasst fesselt einen dieser Film an den Sitz.

Etwas verwundert, aber dennoch sehr berührt, hat mich der Zusammenhalt der Familie. Auch wenn Ahlos Großmutter dachte, er bringe nur Unglück, und sein Vater auch sehr oft von ihm enttäuscht wurde, so hielten alle drei zusammen. Sie unterstützten einander auf ihrer harten Reise mit Onkel Lila und Ahlos Freundin, griffen sich unter die Arme. Sie verstanden sich zwar nicht immer blendend, aber sie blieben zusammen, was auch immer kam, und genau das macht eine richtige Familie aus.

Mit wunderschöner orientalischer Musik wird die Stimmung des Films untermalt. Jeder einzelne Charakter war passend besetzt, sie schienen ein eingespieltes Team zu sein. Die wunderschönen Aufnahmen von Laos machen Lust auf mehr, doch durch all die versteckten, noch immer scharfen Bomben, Granaten etc. ist ein tatsächlicher Besuch dieses Landes schier unmöglich. Ich finde es ziemlich mutig von den Filmemachern, auf diese Situation aufmerksam zu machen. Der Blick auf die Tatsachen wird nicht verschleiert - die Amerikaner haben hier die Bomben geworfen und viele Gebiete des Landes unnutzbar, gar unbegehbar gemacht. Selbst Kinder kennen viele Orte ihrer Heimat nicht, da es viel zu gefährlich wäre sie zu betreten, selbst Plätze ganz in ihrer Nähe, nur wenige Kilometer entfernt. Auf dieses Unglück für die Bewohner von Laos macht The Rocket aufmerksam, und zwar auf eine unheimlich bezaubernde Art und Weise.

Drei Kinder

Titel: Drei Kinder
Originaltitel:Twa Timoun
Regie: Jonas d'Adesky

Belgien 2012 ○ 85 Min.
Haitianisch ○ dt. Einsprache, engl. UT
empfohlen ab 11 Jahren

Drehbuch: Jonas d'Adesky
Kamera: Benjamin Morel
Schnitt: Gabriel Piron
Musik: Rafael Leloup
Produzent: Anthony Rey
mit: Jules Vitaleme, Sima Mickenson, Pierre Jean Mary

Di. 12.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Mi. 13.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Freidrichshain
Do. 14.02. 11:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 2

Inhalt
Pierre, wo warst du, als das Erdbeben passierte? – Ich hatte eine solche Angst. 35 Sekunden dauerte es, das haben alle gesagt. 35 Sekunden sind eine ganz schön lange Zeit.
Nach dem großen Erdbeben 2010 in Haiti hauen die drei Freunde Mickenson, Pierre und Vitaleme, aus ihrem überfüllten Kinderheim ab und schlagen sich auf der Straße durch. In den Trümmern ihrer verwüsteten Heimatstadt Port-au-Prince organisieren sie ihr tägliches Leben. Sie schlafen in verlassenen Häusern, spielen mit den anderen Jungs auf der Straße Fußball, und mit ein paar Tricks bekommen sie sogar ein warmes Essen. Solange sie zusammen sind, können schmerzhafte Erinnerungen ihnen nichts anhaben.

Content
Pierre, when the earthquake happened, where were you? – I was very scared. It lasted 35 seconds, that‘s what everyone said. 35 seconds is a really long time.
After the massive 2010 earthquake in Haiti, three friends, Mickenson, Pierre and Vitaleme, leave an overcrowded children‘s home and try to survive on the street. In the ruins of their devastated hometown, Port-au-Prince, they reorganize their daily life. They sleep in abandoned houses, play football with the other boys on the street and with a couple of tricks they even manage to get a warm meal. As long as they stick together, painful memories can‘t bring them down.

Satellite Boy

Titel: Satellite Boy
Originaltitel:Satellite Boy
Regie: Catriona McKenzie

Australien 2012 ○ 90 Min.
Englisch/Mandhalpuyngu ○ dt. UT, ohne Einsprache
empfohlen ab 11 Jahren

Drehbuch: Catriona McKenzie
Kamera: Geoffrey Simpson
Schnitt: Henry Dangar
Musik: David Bridie
Produzenten: David Jowsey, Julie Ryan, Catriona McKenzie
mit: Cameron Wallaby, David Gulpilil, Joseph Pedley

Sa. 09.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
So. 10.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3
Mo. 11.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
So. 17.02. 14:00 Uhr
CinemaxX 3

Inhalt
Das hier ist unser Land. Es fühlt dich. Es kennt dich.
Deine Mutter kommt nicht zurück, sagt der Großvater. Aber Pete, ein Aboriginaljunge, kann das nicht glauben. Weil seine Mutter in die Stadt gegangen ist, lebt er bei seinem Jubbi auf dem Land. Der alte Mann ist nett, geht ihm aber mit seinen Geschichten oft ziemlich auf den Geist. Als ihr Zuhause, ein zerfallenes Kino, abgerissen werden soll, macht Pete sich auf zu einer gewagten Rettungsaktion. Auf seiner Reise verliert er sich im Busch, erlebt die Kräfte der Natur und die geheimnisvolle Magie seiner Vorfahren.

Content
This is our land. It is alive. It feels you. It knows you.
Your mother is not coming back, his grandfather says. But Pete, the Aboriginal boy, can‘t believe it. Since his mother moved to the city, he has to live with his granddad out in the country. He‘s nice, but sometimes he really gets on Pete‘s nerves with his old stories. As their home, a run-down movie theater, becomes slated for demolition, Pete embarks on a daring mission to save it. On his journey, he gets lost in the bush and experiences the power of nature and the mysterious magic of his ancestors.

Victor Stasik

Ein Film, der einen wie so oft auf der Berlinale berührt und zum nachdenken anspornt. Da in der Story sehr viele Gegensätze aufeinander stoßen.

Menschen, die in der Tradition verhaftet sind und die Menschen, die nach der vermeintlich besseren modernen Welt streben. Im Film werden viele Probleme angesprochen, z.B. dass Nachfahren von fast ausgestorbenen Kulturen sich immer mehr zu den Städten hingezogen fühlen und darüber traditionelle Rituale und Lebensarten in Vergessenheit geraten. Die Landschaftsaufnahmen von "Satellite Boy" waren schon etwas Besonderes, da sie sich sehr gut mit dem Film und seinen Hauptcharackteren ergänzen.

Was sehr gut thematisiert wird und was man auch spätestens am Ende des Films verstanden hat, ist das was Pepe von seinem Großvater "Jubbi", der nach traditioneller Art fühlt und lebt, gelehrt und erzählt bekommen hat, konnte ihm und seinem Freund Kalmain auf seiner 3 Tägigen Reise durch den Busch Australiens in die Stadt das Leben retten. Immer wenn der Großvater in einem Singsang nach Pepe gerufen hat und dann die gut passende Musik einsetzte, verlieh es gemeinsam mit den Bilder dem Film eine Poetische Stimmung .

Einige meinten, dass der Film leicht dem Eröffnungsfilm "Jin " der Berlinale 2013 ähnelt, aber diese Meinung kann ich nicht teilen, da er eine ganz andere Hintergrund Handlung hat. Ich bin begeistert von "Satellite Boy" und würde mich freuen weitere solche Tiefgründigen Filme auf der 63 Berlinale zu sehen.
10.02.2013, Lilly Rinklebe
Man war fast umzingelt von lächelnden  Gesichtern, die ganz deutlich sagten „süßer Film!“…

Während dieses Films habe ich oftmals im Publikum umhergeschaut, nicht weil ich gelangweilt war, sondern weil ich wissen wollte, was die Gesichter so sagten… Zumindest während der Szenen mit den beiden Jungs (aus denen der Film ja hauptsächlich bestand) sah es so aus, als bereuten die meisten Leute so ganz und gar nicht, dass sie in diesen Film gegangen waren!

Sicherlich hing das auch mit der tollen „Gute Laune“-Filmmusik zusammen, die immer dann auftauchte, wenn die beiden Jungs zusammen Spaß hatten (vor allem, wenn sie mit ihren Fahrrädern die Straße entlangradelten).

Die Beziehung zwischen den Jungs war sowieso einfach nur toll, jeder hat mal den anderen gerettet, Pete und Kalmain waren also das perfekte Duo! Auch wenn Kalmain sich eher von seiner Familie und vor allem seiner Mutter abgrenzte (die alkoholkrank war und ihn schlug) und Pete gerade besonders starke Verbundenheit zur eigenen Familie und ihrer Tradition spürte, ergänzten sich die beiden super. Vielleicht ja gerade deshalb!?

Zum Schluss beim Publikumsgespräch kam dann noch das was wir alle hören wollten; der Hauptdarsteller, der den Pete spielte meinte, er fühle sich wirklich verbundener zur Natur als zur „modernen“ Welt. Auch das passte also perfekt.

Mama, ich lieb dich

Titel: Mama, ich lieb dich
Originaltitel: Mammu, es Tevi milu
Regie: Janis Nords

Lettland 2013 ○ 82 Min.
Lettisch ○ dt. Einsprach, engl. UT
empfohlen ab 10Jahren

Drehbuch: Janis Nords
Kamera: Tobias Datum
Schnitt: Tamara Meem
Produzenten: Alise Gelze, Gatis Smits
mit:Kristofers Konovalovs, Vita Varpina, Matiss Livcans, Indra Brike

Mo. 11.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
DI. 12.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Freidrichshain
Do. 14.02. 15:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt

Inhalt
Bitte besprechen sie mit Raimonds sein Verhalten. Er hat ein Mädchen mit einem BH bedroht.
Klar, dass der verschlossene Raimonds diesen Tadel unterschlägt. Seine Mutter ist ohnehin ständig gestresst. Sie hat in der Klinik viel zu tun und macht Überstunden. Oft ist Raimonds mit seinen Sorgen und Gefühlen auf sich alleine gestellt. Wenn er nicht mehr weiterweiß, fährt er mit dem Roller zum Skatepark, und die Regeln von zu Hause verblassen in der Dunkelheit der Nacht. Mit jedem Tag wird es schwieriger, kleine und größere Lügen zu verschweigen.

Content
Please discuss with Raimonds his behaviour. He was threatening a girl with a bra.
Of course shy Raimonds is upset about this reproach. His mother is already stressed-out enough. She has a lot to do at the hospital and is working overtime. Raimonds is often all on his own with his worries and feelings. When he doesn‘t know what else to do, he rides his scooter to the skate park, and the rules of home fade into the darkness of the night. With every passing day it becomes more difficult to keep quiet about lies both small and large.


15.02.2013, Mia


Lügen haben kurze Beine,…

dass muss die Hauptfigur Raimond nach und nach am eigenen Leib erfahren. „Mama, ich lieb dich“ ist ein Film, der ehrlich gesagt unter meinen Erwartungen geblieben ist. Vielleicht ist der Film für Jüngere (eher unter 10 Jahren) ganz spannend, aber für meine Altersklasse fand ich ihn eher nicht so beeindruckend. 

Marussia

Titel: Marussia
Originaltitel: Marussia
Regie: Eva Pervolovici

Frankreich, Russische Föderation 2013 ○ 82 Min.
Russisch/Französisch ○ dt. Einsprach, engl. UT
empfohlen ab 9 Jahren

Drehbuch: Monica Stan, EvaPervolovici
Kamera:Alfredo Altamirano
Schnitt: Dounia Sichov
Musik: Vitor Fernando Mereilles
Produzenten: Janja Kralj, Sergej Selyanov
mit:Dinara Drukarova, Marie-Isabelle Shteynman

So. 10.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Mo. 11.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3
Do. 14.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Freidrichshain

Inhalt
Ich bin keine Prinzessin. Ich bin das ewige Herumziehen leid. Ich will so sein wie die anderen Kinder.
Marussia und ihre Mutter Lucia ziehen mit ihren Rollkoffern durch das kalte Paris und wissen nicht, wo sie bleiben sollen. Mal lässt ein Priester sie bei sich schlafen, mal übernachten sie in einem Quartier für Obdachlose, mal im Kino, mal bei einem Mann, den sie zufällig treffen. Nirgends bleiben sie länger als einen Tag. Ihre Mutter ist zwar lieb und bringt sie oft zum Lachen, doch Marussia wünscht sich endlich einmal ein echtes Zuhause für sich und ihr kleines Häschen.

Content
I´m not a princess. I´m tired of trailing around. I want to be like all the other children.
Marussia and her mother Lucia tramp around cold Paris with their trolley suitcases and don‘t know where they should stay. Sometimes a priest gives them a place to sleep, sometimes they spend the night in a homeless shelter, sometimes in a movie theater, sometimes with a man that they run into by chance. They never stay anywhere longer than a day. Her mother is nice and makes her laugh a lot, but Marussia longs to finally have a real home for her and her little rabbit.

10.02.2013, Victor Stasik

Marussia ein Film ohne Ende oder etwa nicht?
Darüber wird wohl nachdem man sich den Film angeschaut hat viel diskutiert.
Das Verhältnis von Marussia und Lucia, ihrer Mutter, ist gut, doch manchmal gibt es kleine und kurze Momente, wo man sich denkt, oh so gut dann doch nicht, aber ich bin der Meinung, dass dies ja fast bei jeder kleinen Familie ist und noch dazu leben beide auf der Straße.

Auch sind natürlich klassische Paris Bilder vorhanden wie der Eifelturm oder Die Bonlieurs.
So recht weiß ich leider noch nicht, was ich von dem Film halten soll.

Nachdem ich noch etwas später mir Gedanken zu Marussia und Lucia gemacht habe, bin zu den Entschluss gekommen, dass die Ressigeurin einen mit diesen Film vermitteln will, wie schnell das Leben den Bach heruntergehen kann und das man darauf aufpassen muss.

Alicia ist früher in Russland Mode-Journalistin gewesen und von da aus ging es bergab ab bis sie mit ihrer Tochter Mrussia obdachlos geworden ist.
Der Film Marussia ist ein Film über ein Kind und seine Mutter,er ist ein Film Für Kinder aber auch für Erwachsene. Man sollte sich Zeit lassen, ihn auf sich zu wirken lassen und um die Botschaft herausfiltern.

10.02.2013, Liv Thastum
"Lass dich verzaubern"

Der Film „Marussia“ erzählt mit viel Gefühl eine Geschichte über das Leben eines kleinen Mädchens auf der Straße. Mich hat der Film berührt und schockiert. Zu sehen wie ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter durch die Straßen zieht...das ist unglaublich.

Leider war die Film teilweise etwas langatmig, so dass ich ein paar Mal auf meine Uhr geschaut hab. Trotzdem fand ich den Film sehr schön. Dem Zuschauer bleiben viele lustige und berührende Momente im Kopf.

Aber ich finde nicht, dass „Marussia“ ein Kinderfilm ist. Im Gegenteil er berichtet sehr über die Probleme Erwachsener. Zum teil wurden die markanten Stellen einfach nicht für die Kinder übersetzt. Ich find es traurig, dass die Berlinale häufig den Fehler macht, Filme als Kinderfilme abzustempeln nur weil ein Kind in ihm mitspielt. Trotz allem finde ich Marussia sehr sehenswert.
Dieser Film kann einen verzaubern und in eine nachdenkliche Stimmung bringen.

Ödland - Damit keiner das so mitbemerkt

Titel: Ödland - Damit keiner das so mitbemerkt
Originaltitel: Ödland - Damit keiner das so mitbemerkt
Regie: Anne Kodura

Deutschland 2012 ○ 79 Min.
Dokumentarfilm
Deutsch/Arabisch/Kurdisch ○ dt. Einsprach, engl. UT
empfohlen ab 9 Jahren

Drehbuch, Produzenten: Anne Kodura, Friede Clausz
Kamera, Schnitt:Friede Clausz

Sa. 09.02. 10:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
So. 10.02. 14:00 Uhr
CinemaxX
Mo. 11.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain

Inhalt
Früher waren wir Anfänger mit Kupfer sammeln. Jetzt sind wir Profis. Erst Fernseher, jetzt machen wir Waschmaschinen. Ja, und Fernseher.
Muhammad, Isra, Mustafa, Aya und noch einige andere Kinder leben weit draußen auf dem Gelände einer verkommenen Kaserne. Die endlosen Sommerferien ziehen dahin, mit Streifzügen durch hohes Gras, Fahrradfahrten zum See und der Hoffnung, mit Kupferschrott etwas Geld zu machen. Ihre Familien sind vor vielen Jahren aus Kriegsgebieten geflüchtet und leben hier im Asyl. Abgeschieden vom Rest der Welt sind die Kinder sich selbst überlassen. Sie machen das Beste daraus.

Content
Back in the day we were amateurs when it came to collecting copper. Now we‘re pros. First televisions, now we do washing machines. Yeah, and televisions.
Muhammad, Isra, Mustafa, Aya and a couple of other children live way out in the countryside on the grounds of a run-down barrack. The endless summer break stretches on, with treks through high grass, bike rides to the beach and the hope of earning some money with salvaged copper. Their families fled from war-torn countries many years ago and live here as refugees. Isolated from the rest of the world, the children are left on their own. They make the best of it.



09.02.2013, Lilly Rinklebe

Ein super Thema, eine super Idee, aber leider auch super langatmig gedreht …

Asylbewerber und ihr Leben in Deutschland, ein Thema das uns alle angeht. Ein Film darüber, der noch dazu aus perspektive der Kinder Gedreht wurde, versprach erst mal spannend zu werden. Während des Films gab es auch immer wieder echt beeindruckende Gespräche zwischen den Kindern. Nur war das nicht die Regel, dafür aber lange Aufnahmen ein und desselben Bildes (z.B. 4 Sek. Schlafzimmer, 4 Sek. Haus, 4 Sek. Abfalltüte), auch wenn das vermutlich die Eintönigkeit eines solchen Lebens darstellen sollte, scheint es mir heutzutage, wo wir doch alle schnell gedrehte Filme und kurze Sequenzen gewohnt sind, nicht mehr die beste Methode.

Trotzdem ist die Idee natürlich toll einen Film über den Alltag eines Kindes im Asylbewerberheim zu drehen! Und es versetzt einem kleine Schocks zu hören das dazu gehört, dass Kinder z.B. so Sachen sagen wie: „komm wir spielen mal wieder ganz normale Menschen!“ oder „Wann kommst du mal wieder ins Heim“ und nicht „komm wir spielen Vater, Mutter, Kind“ und „wann kommst du mal wieder zu uns nach Hause?“. Auch die Entscheidung den Film in schwarz-weiß zu drehen (die erst beim Schnitt fiel, wie die Regisseurin beim Publikumsgespräch sagte), finde ich total gut. Zwar ließe sich da viel rein interpretieren, wegen des „grauen“ tristen Alltags, aber der wahrhaftige Beweggrund war dann doch nur der, dass in den Landschaftsszenen sehr viel Grün vorkam und man den Kindern so besser zuhöre und sich nicht von z.B. irgendwelchen knalligen T-Shirts ablenken lasse!

Mein Fazit also: man sollte sich unbedingt mit diesem Thema befassen und dieser Film beinhaltet echt tolle Szenen, aber ich denke vor allem jüngere Kinder könnten schnell von der Art wie der Film gedreht ist gelangweilt sein.  Kein Film den man schauen sollte wenn man ohnehin müde ist!    


Eskil & Trinidad

Titel: Eskil & Trinidad
Originaltitel: Eskil & Trinidad
Regie: Stephan Apelgren

Schweden 2012 ○ 98 Min.
Schwedisch ○ dt. Einsprach, engl. UT
empfohlen ab 8 Jahren

Drehbuch: Stephan Apelgren
Kamera:Anders Bohman
Schnitt: Hakan Karlsson
Musik: Joachim Holbek
Produzenten: Peter Possne, Hans Lönnerheden, Rickard Petrelius
mit: Linus Oscarsson, Ann Petrén, Torkel Petersson, Saga Midfjäll

Mi. 13.02. 09:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Fr. 15.02. 11:30 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
So. 17.02. 10:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Ich hab an so vielen Orten gelebt wie ich alt bin, also elf. Jetzt ziehn wir wieder um, und mir ist egal wohin – es ist sowieso immer das Gleiche.
Eskil zieht mit seinem Vater in Nordschweden von Ort zu Ort. Sich irgendwo einzuleben lohnt sich kaum, in wenigen Monaten geht es ohnehin weiter. Er vermisst seine Mama, die lieber im wärmeren Dänemark wohnt und am Telefon mit dem Vater streitet. Eine schmerzhafte Konstante gibt es in Eskils Leben – an jedem neuen Ort steht er wieder als Eishockeytorwart im Tor, und sein eher dürftiges Talent hilft nicht gerade dabei, Freunde zu finden. Wirklich faszinierend findet Eskil alles über die Seefahrt – besonders das große Schiff, das die eigenbrödlerische Trinidad baut …

Content
I have lived in as many places as I am old, that means eleven. Now we are moving again and I dont care where – it’s still the same.
Eskil moves around with his father from place to place in northern Sweden. Getting settled somewhere is hardly worth it, in a couple of months it‘ll just be time to move on again anyways. He misses his mother, who prefers living in warmer Denmark and arguing with his father on the phone. There is one painful constant in Eskil‘s life - in every new town he‘s out on the ice trying to guard the goal as a hockey keeper, and his unfortunate lack of talent doesn‘t exactly help him to make new friends. Eskil is truly fascinated by anything that has to do with sea travel – especially the big ship that the eccentric Trinidad is building …


noch keine Kritiken

Kopfüber

Titel: Kopfüber
Originaltitel: Kopfüber
Regie: Bernd Sahling

Deutschland 2012 ○ 90 Min.
Deutsch ○ engl. UT
empfohlen ab 8 Jahren

Drehbuch: Bernd Sahling, Anja Tuckermann
Kamera: Anne Misselwitz
Schnitt: Jörg Hauschild Musik: Ralf R. Ollertz
Produzent: Jörg Rothe
mit: Marcel Hoffmann, Frieda-Anna Lehmann, Inka Friedrich, Claudius von Stolzmann

Mo. 11.02. 09:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Di. 12.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3
Sa. 16.02. 10:00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
So.17.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Fritedrichshain

Inhalt
Machst du auch mal was länger als zwei Minuten? – Ja rauchen, dauert fünf.
Der zehnjährige Sascha repariert Fahrräder wie kein anderer. Außerdem klaut und lügt er und hält sich an keine Abmachung. Immer wieder bekommt seine Mutter Besuch von der Polizei. Wenn Sascha lesen oder schreiben soll, hat er nur Buchstabensuppe im Kopf. Eine Ärztin verschreibt ihm Tabletten, die wahre Wunder helfen sollen. Plötzlich läuft es in der Schule gut und Sascha wird richtig brav. Doch seiner Freundin Elli fällt auf, dass Sascha gar nicht mehr lacht.

Content
Do you ever do something for longer than two minutes? – Yeah, smoking, takes five.
Ten-year-old Sascha can fix bikes better than anyone. On top of that he steals and lies and never keeps a promise. The police are always paying his mother a visit. When Sascha is supposed to read or write his head feels like it‘s full of alphabet soup. A doctor prescribes the boy some pills, and they seem like a miracle cure. Suddenly school is going well and Sascha is on his best behavior. But his friend Elli notices that Sascha never laughs anymore.

18.02.2013, Mia
Kopfüber oder eher drunter und drüber?

Sehr realistisch erzählt der Film von Saschas Problemen und der Situation in seiner Familie. Auch seine Freundin Ellie wird sehr glaubwürdig dargestellt. Besonders interessant ist ihr Hobby „Geräusche sammeln“, das sie gern zusammen mit Sascha auf z.T. ungewöhnliche Weise umsetzt und gewagte Spuren verfolgen lässt.
Aber als Sascha Tabletten nehmen muss, um besser in der Schule zu werden und auch sein Verhalten ändern zu können, ändert sich nicht alles zum Positiven.
Mir tat Sascha leid, dass er ständig mit dem Wecker seiner Armbanduhr aus allen möglichen Situationen herausgerissen wurde, um die Tabletten nicht zu vergesssen, sogar aus dem Schlaf! Und noch schlimmer, dass er gar nicht mehr so richtigen Antrieb hatte, zusammen mit Ellie etwas zu unternehmen oder neu zu entdecken. Oft ist er viel zu müde oder hat er Arzttermine, so dass Ellie irgendwann auch nicht mehr fragt, ob er Zeit hat. Am Ende hat Sascha ein viel besseres Zeugnis, aber: Ist das wirklich alles?
Die Freundschaft mit Ellie scheint „verloren“ und auch Frank (sein für ihn inzwischen zu einer Art Freund gewordene Betreuer) wird ihm vom Jugendamt wieder „weggenommen“. Da kann man ja nur „ausrasten“ – oder?
Ich fand Saschas Geschichte gut umgesetzt, auch wenn es einige Längen gab und das Erzähltempo z.T. sehr langsam war. (Aber trotzdem habe ich nicht bemerkt, dass der Film fast ein Schuljahr umfassen sollte, wie der Regisseur nachher sagte …) Einen großen Anteil daran haben besonders die Darsteller des Sascha (Marcel Hoffmann) und der Ellie (Frieda-Anna Lehmann) sowie der Mutter (Inka Friedrich) und des Frank (Claudius von Stolzmann).
Gut finde ich, dass es wieder einen deutschen Generation-Film gab. Und daher aber auch „erschreckend“ zu hören, dass das Filmprojekt über fünf Jahre bis zur Realisierung (Finanzierung!) brauchte.

Ferien für Lob und Tadel

Titel: Ferien für Lob und Tadel
Originaltitel: Don't Expect Praises
Regie: Yang Jin

Volksrepublik China, Republik Korea 2012 ○ 100 Min.
Shanxi Dialekt ○ dt. Eisprache, engl. UT
empfohlen ab 7 Jahren

Drehbuch: Yang Jin
Kamera: Li Hongjian
Musik: Xiao He
Produzenten: Shang Yubo, Zhang Jun, Li Zhifeng
mit: Li Shuchen, Wang Chen, Zhang Yuxuan, Peng Kehao

Sa. 09.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
So. 10.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
So. 17.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain

Inhalt
Ich kann Geister und Dämonen umbringen. Glaubst du mir?
Xiaobo und Yang Jin sind beste Freunde und dabei ziemlich verschieden. Der eine ist groß, der andere klein, der eine der Klassenbeste, der andere Drittschlechtester. Aber im Erfinden spannender Geschichten stehen sich die beiden in nichts nach. Xiaobo ist froh, dass sein Freund in den Ferien mit zu seiner Familie kommt. Er hofft, dass sein strenger Vater es dann nicht wagt, ihn zu schlagen. Eigentlich soll Yang Jin gleich zu seiner Oma weiterfahren. Aber Tag für Tag fällt Xiaobo noch ein Verzögerungsgrund ein, damit die Abenteuer der Freunde noch nicht enden.

Content
I can kill ghosts and demons. Do you believe me?
Xiaobo and Yang Jin are best friends, although they‘re quite different. One is tall, the other small, one is top of the class, and the other is the third worst. But when it comes to making up exciting stories, they‘re evenly matched. Xiaobo is overjoyed that his friend will join him at the family home during the holidays. Then, he hopes, his strict father won‘t dare to hit him. Yang Jin is supposed to travel on to visit his grandma, but with each passing day, Xiaobo comes up with a new reason to delay his departure – and to ensure their adventures don‘t come to an end.



09.02.2013, Mia

Gegensätze ziehen sich an
Ich muss sagen, ich habe schon einige asiatische Filme gesehen, die mich ziemlich enttäuscht haben. Aber „Ferien für Lob und Tadel“ aus China hat mich im positiven Sinne überrascht!Der Film lebt viel vom Kontrast zwischen dem eher schweigsamen und mit seiner Mimik spielenden Yang Jin und der Plaudertasche Xiaobo. Der eine ist Klassenbeste, der andere spielt eher auf den letzten Plätzen der Klasse mit. Beide sind Freunde - Gegensätze ziehen sich eben an!
Auch die Animationen zwischendurch sind mir positiv aufgefallen. Der Zeichner erzählte beim Publikumsgespräch, dass er 1 ½ Jahre dafür brauchte und tausende Zeichnungen anfertigte – und das für nur ca. 10 Minuten Film.
Trotzdem hat der Filme einige Szenen, die sich ganz schön schleppen. Oder es gibt Wiederholungseffekte – welche einen aber nach einer Weile nicht mehr zum Lachen bringen.

Mein Fazit: Der Film ist nicht jedermanns Sache, aber trotzdem großteils sehenswert. Da die Geschichte der zwei Jungen, die sich um deren Alltag dreht, berührt.

17.02.2013, Sarah Gosten

Ein Film über zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Yang Jin ist Klassenbeste, Xiaobo ist Drittschlechtester; der erste ist sehr schweigsam, während der zweite ununterbrochen quasselt. Dennoch sind sie beste Freunde.

Zusammen besuchen sie in den Ferien die Familie von Xiaobo. Sie erzählen sich viele Geschichten, die im Film als lustige Animationen dargestellt werden, gehen schwimmen und besuchen zusammen unzählige Verwandte von Xiaobo, denen sie kleine Mitbringsel überbringen sollen und immer ist auch ein Weißkohl dabei. Obwohl die viel Spaß haben, möchte Yang Jin eigentlich weiter zu seiner Großmutter. Doch Xiaobo möchte die Ferien nicht alleine mit seiner Familie verbringen und überlegt sich immer neue Ideen, wie er Yang Jin daran hindern kann ihn zu verlassen.

Dieser chinesische Film über die Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Jungen, ist lustig und packend, aber dennoch auch ernst. Es ist erschreckend, welche Erziehungsmaßnahmen der Vater von Xiaobo an den Tag legt. Ein Kind zu schlagen ist meiner Meinung nach nicht die beste Möglichkeit ihm Vernunft beizubringen.
Die Animationen stellten auf lustige Weise die Erzählungen der beiden dar, die auch auf die Göttergeschichten Koreas eingehen. Beispielsweise handelte eine der Geschichten auch vom Monkey King, über den letztes Jahr bei der Berlinale auch schon ein Film lief.

Teilweise wird auch gezeigt, was die Regierung dort vorhat. Sie wollen einen Staudamm errichten, weshalb das Land dort geflutet wird. Alle Leute sollen eine Abfindung erhalten, doch was bringt das, wenn die Kohlegrube des Vaters von Xiaobo erst einmal überschwemmt ist? Dann ist sie zunichts mehr zu gebrauchen. Viele der anderen Bewohner pflanzen daher viele neue Obstbäume, denn pro Obstbaum bekommen sie eine höhere Abfindung. Sie erhoffen sich, durch die Abfindung reich zu werden. Ob das so einfach funktioniert, ist allerdings fraglich. Wie das ausgeht, wird in dem Film leider nicht mehr berichtet.

Ich habe nicht viel von diesem Film erwartet, daher hat er mich sehr positiv überrascht. Er war lustig, ernst und informativ, da er ein ziemlich genaues Bild darüber vermittelt hat, wie einige Kinder dort erzogen werden.

AninA

Titel: AninA
Originaltitel: AninA
Regie: Alfredo Soderguit

Uruguay, Kolumbien 2012 ○ 80 Min.
Spanisch ○ dt. Eisprache, engl. UT
empfohlen ab 7 Jahren


Drehbuch: Federico Ivanier, Alfredo Soderguit, Julián Goyoaga, Alejo Schettini, Germán Tejeira
Animation Director: Alejo Schettini
Art Director: Sebastián Santana
Schnitt:Germán Tejeira, Julián Goyoaga
Musik: Gastón Otero, Bruno Boselli
Produzenten: Julián Goyoaga, Germán Tejeira, Jhonny Hendrix Hinestroza

Di. 12.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Mi. 13.02. 15:30 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
Fr. 15.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
So. 17.02. 11:30 Uhr
CinemaxX 3

Inhalt
Einmal habe ich meiner Oma gesagt, dass ich einen fürchterlichen Namen habe. Da kletterte sie auf den Dachboden und kam mit einer Liste der hässlichsten Namen der Welt zurück.
Die zehnjährige Anina Yatay Salas wird von ihrer Mitschülerin Ysel verspottet, und das alles wegen ihres blöden Namens. Der ist ein gleich dreifaches Palindrom und kann vorwärts wie rückwärts gelesen werden. Nach einer Pausenhofprügelei bekommt sie eine seltsame Strafe: einen versiegelten Briefumschlag, den sie eine Woche lang nicht öffnen darf. Mit einem aberwitzigen Plan versucht sie, schon vorher an den Inhalt des Briefs zu gelangen. Zugleich regen sich in ihr noch andere Gefühle – das Kribbeln im Bauch, immer wenn sie Natan sieht.

Content
Once I told my grandmother, that I had an awful name. Then she climbed up her houseroof and came back with a list of the ugliest names in the world.
Ten-year-old Anina Yatay Salas is always getting teased by her classmate Ysel, all because of her stupid name. It‘s a triple palindrome and reads the same forwards or backwards. After a playground fight, she receives a strange punishment: a sealed envelope, which she is not allowed to open for a week. Undeterred, she comes up with a crazy plan to get at the contents of the letter before her time is up. At the same time, other feelings are stirring in her – the butterflies in her stomach whenever she sees Natan.


noch keine Kritiken

Zickzackkind

Titel: Zickzackkind
Originaltitel: Nono, Het Zigzag Kind
Regie: Vincent Bal

Niederlande, Belgien ○ 95 Min.
Niederländisch/Englisch/Französisch ○ dt. Eisprache, engl. UT
Eröffnungsfilm
empfohlen ab 7 Jahren

Drehbuch: Vincent Bal, Jon Gilbert
Kamera: Walther Vanden Ende
Schnitt: Peter Alderliesten
Musik: Thomas de Prins
Produzent: Burny Bos, Els Vandevorst
mit: Thomas Simon, Isabella Rossellini, Burghart Klaussner, Fedja van Huet

Fr. 08.02. 15:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Sa. 09.02. 14:00 Uhr
CinemaxX 3
So. 10.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain
Do. 15.02 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1

Inhalt
Ob es einem gefällt oder nicht, jeder hat eine Familie. Jeder kommt irgendwo her.
Nonos Vater ist der beste Polizeidetektiv der Niederlande und sein bester Freund. Nonos Mutter ist gestorben, als er noch ganz klein war. Wenn er mehr darüber hören will, bleibt sein Vater seltsam stumm. Auf einer Zugfahrt entführt ein geheimnisvoller Herr im weißen Anzug Nono auf eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit. Unglaublich, aber wahr: Wäre sein Vater vor langer Zeit nicht in einen Bottich flüssiger Schokolade gesprungen, wäre Nono heute nicht auf der Welt.

Content
Whether you want it or not, everybody´s got a family. Everybody´s from somewhere.
Nono‘s dad is the best police detective in Holland and his best friend. Nono‘s mother passed away when he was very young. When he wants to hear more about her, his father is uncharacteristically silent. During a train ride, a mysterious gentleman in a white suit takes Nono on an adventurous trip into the past. Unbelievable but true: if his father hadn‘t jumped into a vat of chocolate years ago, Nono wouldn‘t be around today.


08.02.2013, Mia
Ein gelungener Auftakt
Und wieder einmal ist es soweit, eine Eröffnung steht an und diesmal ist es die von Kplus. Wie in jedem Jahr erwarte ich sie mit großer Spannung und Freude. Und nachdem der etwas aufgeregte „Aufpasser vom Dienst“ (ich glaube, er hatte seinen ersten Arbeitstag bei der Berlinale) endlich die Absperrung geöffnet hatte, gab es kein Halten mehr. Alle stürmten los und bald darauf wurde Kplus auch schon eröffnet. Und von wem?... Isabella Rossellini (Jurypräsidentin, Berlinale 2011)!

Jetzt aber zum Eröffnungsfilm:“ Zickzackkind“.
Ich glaube, ich hatte schon recht hohe Erwartungen und diese wurden zu meiner Freude noch einmal übertroffen. Der Film handelt von einem fast 13jährigen Jungen, der das Geheimnis um seine Mutter lüften möchte.

Dieser Film hat viele Wendungen und thematisiert viele „Fragen des Lebens“ . Es gibt viele temporeiche Szenen, aber auch nachdenklich stimmende Momente. Ob lustig, spannend, traurig oder zutiefst berührend: „Zickzackkind“ ruft all diese Stimmungen beim Publikum hervor – auf allerbeste Weise!

Dazu tragen natürlich auch die tollen Schauspieler bei. Nicht zuletzt der junge Hauptdarsteller Thomas Simon, der seine Rolle überzeugend spielt.

Mein Tipp: Unbedingt ansehen!

08.02.2013 Lilly Rinklebe

Ein wundervoller Film darüber wie ein Kind seine Mutter kennenlernt...

Auf jeden Fall sehenswert! Und der perfekte Eröffnungsfilm, sofort hat sich das unvergleichliche Berlinale- Gefühl eingestellt und die Leute haben sich die Hände wund geklatscht. Ich würde auf jeden Fall Isabella Rossellinis Ratschlag befolgen und diesen grandiosen Film auf der großen, auf der Berlinale-Leinwand ansehen!
Obgleich es ein echter Zickzack zwischen einer Menge Phantasie, viel Witz und schön viel Spannung ist, kommen auch die gefühlvollen Szenen nicht zu kurz. Denn im Kern dieses Films, mit allem Drum und Dran, steckt einfach die Geschichte eines Jungens, der wissen will, wer er ist, bevor er sich der „Welt der Erwachsenen“ zugehörig fühlen kann. Auch die tolle Besetzung- von Isabella Rossellini und Burghart Klaußner bis hin zu nicht ganz so bekannten, aber ebenso guten Schauspielern wie z. B. Thomas Simon (der die Hauptrolle spielt)- war natürlich ausschlaggebend, dafür, dass vielen dieser Film so gut gefallen hat.


Natürlich wollen wir (und werden wir hoffentlich auch) diesen einzigartigen Berlinale-Zauber während dieser Woche noch möglichst oft erleben und möglichst viele gute Filme sehen, aber ich denke die Mehrheit des Publikums wäre nicht gerade enttäuscht wenn die Berlinale endet, wie sie begonnen hat.

Durch fliegendes Gras

Titel: Durch fliegendes Gras
Originaltitel: Cita - Citaku Setinggi Tanah
Regie: Eugene Panji

Indonesien 2012 ○ 79 Min.
Indonesisch ○ dt. Eisprache, engl. UT
empfohlen ab 6 Jahren


Drehbuch: Satriono
Kamera: Arya Teja Cakrahadisurya, Aga Wahyudi
Schnitt: Laura Bee
Musik: Putra Syah, Agson Purba
Produzent: Eugene Panji
mit: M. Syihab Imam Muttaqin, Rizqullah Maulana Daffa, Iqbal Zuhda Irsyad, Dewi Wulandari Cahyaningrum

Mi. 13.02. 12:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Fr. 15.02. 09:30 Uhr
Haus der Kulturen der Welt 1
Sa. 16.02. 10:00 Uhr
Filmtheater am Friedrichshain

Inhalt
Ich fange an, meinen Traum zu verstehen. Jetzt muss ich ihn nur noch wahr machen. Erst danach schreibe ich darüber.
In einem Dorf sollen die Schulkinder eine Arbeit über ihre Wunschträume schreiben. Für Gus wäre es das Größte, einmal wie ein König in einem Padang-Restaurant zu speisen. Im Vergleich zu den Mitschülern, die reich und berühmt werden wollen, klingt sein Traum sehr realistisch. Überzeugt, dass man selbst kleine Wünsche auch irgendwann einfach erfüllen muss, bastelt der Junge sich eine Spardose aus Bambus. Heimlich beginnt er als Botenjunge in die Pedale zu treten.

Content
I‘ve begun to understand my dream. Now I just have to make it happen. Only after that I‘ll write about them.
The school children in a village are asked to write an essay about their wishes and dreams. For Gus, to feast like a king in a Padang restaurant would be the greatest thing ever. In comparison to his school companions who all want to be rich and famous, his dream sounds quite realistic. Gus is convinced that you have to make small dreams come true yourself, so he builds a savings box out of bamboo and secretly begins riding around as an errand boy.



Liv Thastum

Bei "Durch fliegendes Gras" ist das HKW übervoll. Um mich rum lauter Schulklassen. Alle Lehrer versuchen ihre Kinder unter Kontrolle zu halten. Den meisten gelingt es...nicht. Alle kreischen durcheinander und keiner kann warten, bis der Film beginnt. Endlich geht es los.

"Durch fliegendes Gras" ist ein sehr gelungener Kinderfilm. Obwohl er eigentlich nicht für meine Altersgruppe Bestimmt ist, habe ich mich köstlich amüsiert. Mit viel Witz und Charme erzählt dieser Film von dem kleinen Gus, der unbedingt mal in einem Pang Dang Restaurant essen will. Weil er zuhause nichts anderes isst als Tofu. Das Einzige was mich an diesem Film gestört hat, war die Musik. Diese war zum Teil sehr unpassend und hat die Stimmung merkwürdig verändert. Aber sonst ist dieser Film echt schön und unbedingt sehenswert, auch für Leute die nicht 7 sind.
Syihab Imam Muttaqin, der Darsteller des kleinen Gus hat am Ende des Publikumsgespräch erzählt, was sein wirklicher Traumberuf ist: Schauspieler, er findet es total klasse hier bei der Berlinale dabei zu sein. Wer weiß, vielleicht begegnen wir ihm ja noch einmal bei der Berlinale.